Fasern und Stäube
Asbestanalyse
(altgriech.: asbestos- unvergänglich)
Asbest ist eine Sammelbezeichnung für natürlich vorkommende faserförmige Silikatminerale.
Sie wurden z.B. in Zementfassadenverkleidungen, Bodenplatten (Floor-Flex-Platten), Zementrohre verbaut. Bei Asbestzementprodukten sind die Fasern relativ fest gebunden und werden erst bei Verwitterung und oder mechanischer Zerstörung freigesetzt.
Besonders gefährlicher ist schwach gebundener Asbest. Eine altersbedingte Zersetzung und oder mechanische Verletzung führt zur Kontamination der Raumluft. Schwach gebundener Asbest wurde z.B. als Spritzasbest (Brandschutz), als Matten oder Platten zur Wärmeisolierung, als Leichtbauplatten und als Dichtungen in elektrischen Geräten zugegeben.
Gesundheitliche Aspekte
Asbest gehört zu dem beim Menschen nachgewiesenen krebserregenden faserförmigen Stäuben. Das Einatmen der unsichtbaren, lungengängigen Fasern kann Asbestose, Lungenkrebs oder Rippenfelltumore (maligne Mesotheliom) verursachen.
Rechtliche Aspekte
Das Verwenden und in Verkehrbringen von Spritzasbest ist seit 1979 verboten, die meisten anderen schwach gebundenen Asbestprodukte seit 1986. Letzte Übergangsfristen für einzelne festgebundene Asbestprodukte endeten 1993.
Regelwerke
Die Asbestrichtlinie NRW
Richtlinie für die Bewertung und Sanierung schwach gebundener Asbestprodukte in Gebäuden - Fassung Januar 1996 –
TRGS 519 Asbest. Abbruch- Sanierungs- oder Instandhaltungsarbeiten (ASI)- Januar 2007
Die Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS) geben den Stand der Technik, Arbeitsmedizin und Arbeitshygiene sowie sonstige gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse für Tätigkeiten mit Gefahrstoffen, einschließlich deren Einstufung und Kennzeichnung, wieder.
Sicherstellung und Sanierung
Verdächtige Materialien können mittels Materialprobe oder Abdruckprobe im Labor untersucht werden.
Raumluftuntersuchungen auf Asbest werden hauptsachlich zur Kontrolle des Sanierungserfolgs (Freimessung) oder zur Statusmessung eingesetzt. Die Untersuchung erfolgt nach VDI-Richtlinie 3492.
Asbestanalyse/ Asbestuntersuchung
Bei der Raumluftuntersuchung auf Asbest wird ein definiertes Luftvolumen (8l/min) durch einen goldbedampften Kernporenfilter gesaugt und die Fasern mit Hilfe eines Rasterelektronenmikroskops ausgezählt. Weiterhin erfolgt die Bestimmung der Elementzusammensetzung (energiedispersives Röntgenspektrometer- EDX)
Die Freigabe des Sanierungsbereichs darf nur dann erfolgen, wenn die Asbestfaserkonzentration weniger als 500 Fasern/ m3 Luft beträgt.
Beim Umgang mit asbesthaltigen Materialien im Rahmen von ASI Maßnahmen ist größte Sorgfalt bei der Planung und Ausführung gefordert. Diese sollten deshalb nur von akkreditierten Fachleuten durchgeführt werden. Es sind alle bauaufsichtlichen Auflagen zu befolgen und entsprechende Richtlinien (z.B. TRGS 519), Verordnungen (z.B. Gefahrstoffverordnung) und Gesetze (z.B. Bundesimmissionsschutzgesetz) zu berücksichtigen.
